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Japanisch für Geschäftstermine

Im Meeting in Tokio oder Osaka wird oft Englisch gesprochen, vielleicht mit Dolmetscher. Was davor und danach passiert, läuft auf Japanisch: die Verbeugung, der Tausch der Visitenkarten, das Abendessen mit Kunden, der Dank am nächsten Tag. Hier stehen die Sätze für diese Momente, alle in der höflichen Geschäftssprache und mit Aussprache, dazu die Wendungen, mit denen Japaner Nein sagen, ohne es auszusprechen.

Aussprache in sechs Regeln

Japanisch sieht schwerer aus, als es klingt: wenige Laute, klare Vokale wie im Deutschen, fast keine Betonung. Die Schrift dauert Jahre, für die Sätze unten brauchst du sie aber nicht.

Drei Schriften

Japanisch mischt Kanji (Zeichen aus dem Chinesischen für Wortstämme), Hiragana (runde Silbenzeichen für Endungen und kleine Wörter) und Katakana (eckig, für Fremdwörter und ausländische Namen: ミュラー ist „Müller“). Lesen musst du sie nicht, aber ein paar Zeichen helfen: 入口 Eingang, 出口 Ausgang, 駅 Bahnhof, 東京 Tokio, 大阪 Osaka, 男 Herren, 女 Damen.

Gleichmäßiger Takt

Japanisch hat keine starke Betonung wie das Deutsche. Jede Silbe bekommt gleich viel Zeit und Kraft, fast wie beim Abzählen: ha-ji-me-ma-shi-te. Die Stimme hebt und senkt sich zwar leicht, aber wer gleichmäßig spricht, wird verstanden. Deshalb steht in der Lautschrift unten keine Silbe in Großbuchstaben.

Lange Vokale, doppelte Konsonanten

Ein langer Vokal dauert doppelt so lang und ändert die Bedeutung: おばさん „o-ba-san“ ist die Tante, おばあさん „o-baa-san“ die Großmutter. In lateinischer Schrift fehlt die Länge oft: Tokyo und Osaka spricht man „too-kjoo“ und „oo-sa-ka“. Ein doppelter Konsonant ist eine kurze Pause davor: chotto = „tschot-to“.

Verschluckte u und i

Zwischen k, s, sch, t, ts, h und p und am Satzende nach s fallen u und i fast weg. desu klingt wie „dess“, -masu wie „mass“, hajimemashite wie „ha-dschi-me-masch-te“ und sukiyaki wie „ski-ja-ki“.

Das r

Das japanische r ist ein einziges kurzes Antippen der Zungenspitze hinter den oberen Zähnen, irgendwo zwischen r, l und d. Nicht rollen und nicht im Rachen sprechen: arigatou klingt fast wie „a-di-ga-too“.

Höfliche Formen

Im Geschäftsleben enden Sätze auf -desu und -masu, das ist die höfliche Grundform. Dazu kommt Keigo, die respektvolle Sprache: über sich selbst bescheiden (申します statt 言います für „heißen“, 弊社 für die eigene Firma), über das Gegenüber achtungsvoll (御社 für dessen Firma). An fremde Namen hängt man -san, an den eigenen nie.

Die Lautschrift unten trennt Silben mit „-“ und Wörter mit Leerzeichen, „·“ trennt zwei Sätze. Alle Silben gleich stark sprechen. Die Vokale klingen wie im Deutschen, aber kurz, das u mit locker gespreizten statt gerundeten Lippen; doppelt geschriebene Vokale (aa, ii, uu, ee, oo) doppelt so lang. „sch“, „tsch“ und „dsch“ wie in „Tasche“, „Matsch“ und „Dschungel“, „j“ wie in „ja“, „w“ wie das englische w in „water“, „ts“ wie das z in „Zeit“. Das s ist scharf wie in „Haus“, nur in gozaimasu und muzukashii weich wie in „Sonne“. Das e am Wortende immer deutlich sprechen.

Begrüßen und Visitenkarten tauschen

Erst die Verbeugung, dann die Visitenkarten. Du überreichst deine Karte mit beiden Händen, die Schrift zum Gegenüber gedreht, und nimmst seine genauso entgegen. Gegenüber Ranghöheren hältst du deine Karte etwas tiefer.

  • はじめまして。ha-dschi-me-masch-teFreut mich, Sie kennenzulernen. (nur beim ersten Treffen)
  • ミュラー・ロジスティクスのミュラーと申します。mju-raa ro-dschis-ti-kus no mju-raa to moo-schi-massIch bin Müller von Müller Logistics. (erst die Firma, dann der Nachname)
  • よろしくお願いいたします。jo-rosch-ku o-ne-gai i-ta-schi-massAuf gute Zusammenarbeit. (gehört zu jeder Vorstellung, dazu eine Verbeugung)
  • 頂戴いたします。tschoo-dai i-ta-schi-massVielen Dank. (beim Entgegennehmen der Visitenkarte, wörtlich „ich nehme sie dankbar an“)
  • 本日はお時間をいただき、ありがとうございます。hon-dschi-tsu wa o-dschi-kan o i-ta-da-ki, a-ri-ga-too go-sai-massVielen Dank, dass Sie sich heute Zeit nehmen.

Im Meeting

  • 日本語は少ししか話せません。ni-hon-go wa sko-schi schka ha-na-se-ma-senIch spreche nur ein wenig Japanisch.
  • 恐れ入りますが、英語でもよろしいでしょうか。o-so-re i-ri-mass ga, ee-go de-mo jo-ro-schii de-schoo kaVerzeihen Sie, wäre auch Englisch in Ordnung? (恐れ入りますが leitet höflich jede Bitte ein)
  • もう少しゆっくりお願いできますか。moo sko-schi juk-ku-ri o-ne-gai de-ki-mass kaKönnten Sie etwas langsamer sprechen?
  • 弊社の新しい製品をご紹介します。hee-scha no a-ta-ra-schii see-hin o go-schoo-kai schi-massIch stelle Ihnen unser neues Produkt vor. (弊社: die eigene Firma, bescheiden)
  • 何かご質問はございますか。na-ni-ka go-schtsu-mon wa go-sai-mass kaHaben Sie noch Fragen?
  • 資料をメールでお送りします。schi-rjoo o mee-ru de oo-ku-ri schi-massIch schicke Ihnen die Unterlagen per E-Mail.

Nein sagen und Nein verstehen

Ein direktes Nein (いいえ) hört man in Verhandlungen selten. Absagen klingen weich, und wer selbst absagen muss, kommt mit weichen Worten besser an.

  • 検討いたします。ken-too i-ta-schi-massWir werden das prüfen. (oft eine höfliche Absage, besonders ohne Termin für eine Antwort)
  • それはちょっと難しいですね。so-re wa tschot-to mu-su-ka-schii dess neDas ist etwas schwierig. (meist ein klares Nein)
  • 社内で確認して、改めてご連絡いたします。scha-nai de ka-ku-nin schte, a-ra-ta-me-te go-ren-ra-ku i-ta-schi-massIch kläre das intern und melde mich wieder bei Ihnen. (Zeit gewinnen, ohne zuzusagen)
  • 大変申し訳ございませんが、今回は見送らせていただきます。tai-hen moo-schi-wa-ke go-sai-ma-sen ga, kon-kai wa mi-o-ku-ra-se-te i-ta-da-ki-massEs tut mir sehr leid, aber diesmal müssen wir verzichten. (höfliche, aber eindeutige Absage)

Essen mit Kunden

Man schenkt sich nicht selbst ein, sondern achtet auf die Gläser der anderen. Wird dir nachgeschenkt, hältst du dein Glas mit beiden Händen hin. Wer nicht mehr möchte, lässt das Glas einfach voll stehen.

  • 乾杯!kan-paiProst! (erst trinken, wenn alle ein Glas haben und angestoßen ist)
  • いただきます。i-ta-da-ki-massGuten Appetit. (vor dem ersten Bissen, wörtlich „ich empfange“)
  • お注ぎします。o-tsu-gi schi-massDarf ich Ihnen einschenken?
  • とてもおいしいです。to-te-mo o-i-schii dessDas schmeckt sehr gut.
  • すみません、お酒は飲めないんです。su-mi-ma-sen, o-sa-ke wa no-me-nain dessEntschuldigung, ich trinke keinen Alkohol. (Oolong-Tee zu bestellen ist völlig in Ordnung)
  • ごちそうさまでした。go-tschi-soo-sa-ma desch-taDanke für das Essen. (nach dem Essen und zum Gastgeber; am nächsten Tag: 昨日はごちそうさまでした)

Hotel, Taxi und Zug

  • 予約しているミュラーです。チェックインをお願いします。jo-jak schte i-ru mju-raa dess · tschek-ku-in o o-ne-gai schi-massIch habe auf den Namen Müller reserviert. Ich möchte einchecken.
  • 領収書をお願いします。rjoo-schuu-scho o o-ne-gai schi-massEine Quittung, bitte. (für die Spesen, im Taxi, Hotel und Restaurant)
  • 東京駅までお願いします。too-kjoo e-ki ma-de o-ne-gai schi-massZum Bahnhof Tokio, bitte. (im Taxi; die Adresse am besten auch auf Japanisch zeigen)
  • 新大阪行きの新幹線は何番線ですか。schin-oo-sa-ka ju-ki no schin-kan-sen wa nam-ban-sen dess kaVon welchem Gleis fährt der Shinkansen nach Shin-Osaka?
  • 申し訳ございません、10分ほど遅れそうです。moo-schi-wa-ke go-sai-ma-sen, dschup-pun ho-do o-ku-re-soo dessEs tut mir sehr leid, ich verspäte mich um etwa zehn Minuten. (vorher anrufen, nicht erst danach)

Notruf in Japan: 110 für die Polizei, 119 für Rettungsdienst und Feuerwehr.

Danke und Nachfassen

In Japan bedankt man sich gern zweimal: am Ende des Termins und beim nächsten Kontakt noch einmal.

  • ありがとうございました。a-ri-ga-too go-sai-masch-taVielen Dank. (am Ende des Termins, in der Vergangenheitsform für das, was war)
  • お疲れさまでした。ots-ka-re-sa-ma desch-taDanke für Ihre Mühe. (zum Abschied nach einem langen Termin oder Messetag)
  • 先日はありがとうございました。sen-dschi-tsu wa a-ri-ga-too go-sai-masch-taVielen Dank für neulich. (Einstieg in die Mail oder das nächste Gespräch)
  • 今後ともよろしくお願いいたします。kon-go to-mo jo-rosch-ku o-ne-gai i-ta-schi-massAuf weiterhin gute Zusammenarbeit. (Schlusssatz in Mails und beim Abschied)

Gut zu wissen

Visitenkarten am Tisch

Die erhaltenen Karten legst du während des Meetings vor dich auf den Tisch, in der Sitzordnung der Gegenüber, die des Ranghöchsten auf dein Kartenetui. Nicht darauf schreiben, nicht in die Hosentasche stecken. Nimm reichlich Karten mit, am besten mit japanischer Rückseite.

Pünktlich heißt früh

Zu Terminen kommt man fünf bis zehn Minuten vorher. Wer sich verspätet, ruft vorher an und entschuldigt sich, auch für wenige Minuten.

Suica und Shinkansen

Eine IC-Karte wie Suica oder ICOCA, auch als Karte im Handy-Wallet, gilt in Bahnen, Bussen und vielen Läden. Von Tokio nach Shin-Osaka braucht der Nozomi etwa zweieinhalb Stunden. Für Koffer über 160 cm Gesamtmaß musst du einen Platz mit Gepäckfläche reservieren.

Kein Trinkgeld

In Restaurants, Taxis und Hotels gibt man kein Trinkgeld, es sorgt eher für Verwirrung. Bezahlt wird meist an der Kasse am Ausgang. Die hintere Taxitür öffnet und schließt der Fahrer per Hebel, also nicht selbst daran ziehen.

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Häufige Fragen

Reicht Englisch für Geschäftstermine in Japan?

In großen Firmen oft ja, und viele Gesprächspartner verstehen mehr Englisch, als sie sprechen. Für Verhandlungen lohnt sich ein Dolmetscher. Ein paar japanische Sätze zur Begrüßung, beim Essen und zum Dank kommen sehr gut an, gerade weil sie niemand erwartet.

Muss ich Keigo können?

Nein. Von Ausländern erwartet das niemand, die Form mit -desu und -masu ist höflich genug. Die festen Wendungen auf dieser Seite, etwa 申します und いたします, enthalten die bescheidenen Formen schon.

Wie lange brauche ich für die Sätze?

Für Begrüßung, Visitenkarten, Essen und Dank reichen ein bis drei Wochen mit ein paar Minuten am Tag. Lesen lernen dauert viel länger, ist für diese Sätze aber nicht nötig.